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Waffengesetz geändert

Waffengesetz geändert

Jäger müssen neue Regelungen beachten – unter anderem für Schalldämpfer und Nachtsichttechnik in Verbindung mit Waffen. DJV gibt Überblick.

jkl Mi., 2020-02-19 13:41

Mit der heutigen Verkündung im Bundesgesetzblatt tritt das geänderte Waffengesetz morgen in Teilen in Kraft. Dann gelten für Jäger wichtige Regelungen zu Schalldämpfer, Nachtsichttechnik in Verbindung mit Waffen, Abfrage beim Verfassungsschutz und Waffenverbotszonen. Die meisten Neuerungen treten erst zum 1. September 2020 in Kraft. Jäger müssen jetzt Übergangs- und Meldefristen beachten. Beispielsweise muss der bestehende Besitz von größeren Magazinen bis zum 1. September 2021 der Waffenbehörde gemeldet werden, damit das Verbot nicht gilt. Die zulässigen Magazingrenzen liegen künftig bei zehn Schuss für Langwaffen und bei 20 Schuss für Kurzwaffen. 

 

 

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Jäger dürfen Schalldämpfer für Langwaffen künftig allein auf Jagdschein und ohne Voreintrag erwerben. Jäger müssen den Kauf eines Schalldämpfers innerhalb von zwei Wochen der Behörde melden - wie beim Kauf von Langwaffen üblich. Die Behörde trägt diesen dann in die Waffenbesitzkarte ein. Schalldämpfer dürfen ausschließlich mit für die Jagd zugelassenen Langwaffen für Munition mit Zentralfeuerzündung verwendet werden. Dies gilt ausschließlich im Rahmen der Jagd und des jagdlichen Übungsschießens. Bei der Prüfung der Zuverlässigkeit wird auch eine Abfrage beim Verfassungsschutz durchgeführt. In besonders begründeten Fällen darf die Waffenbehörde das persönliche Erscheinen anordnen. Neuregelung der Anzeigepflichten beim Erwerb und Überlassen von Waffen. Der Kreis der erlaubnispflichtigen „wesentlichen Teile“ wird erweitert. Magazine für mehr als 20 Schuss (Kurzwaffen) und mehr als zehn Schuss (Langwaffen) werden verboten. Jäger dürfen künftig Nachtsichttechnik (Aufsatz- und Vorsatzgeräte) auch in Verbindung mit der Waffe nutzen. Die jagdrechtlichen Verbote hierzu bleiben aber bestehen. Ausnahmen hierzu gibt es bislang nur in Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen. Infrarotaufheller sind nach wie vor verboten. Die Länder und Kommunen können verstärkt sogenannte „Waffenverbotszonen“ ausweisen. Für Jäger sind jedoch Ausnahmen vorgesehen.

Ausführlichere Informationen zu den wichtigsten Änderungen für Jäger gibt es hier.

Mit der heutigen Verkündung im Bundesgesetzblatt tritt das geänderte Waffengesetz morgen in Teilen in Kraft. (Quelle: Hamann/DJV) Downloads Die wichtigsten Änderungen für Jäger

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Staatsgerichtshof: Jagdverordnung teilweise nicht verfassungskonform

Staatsgerichtshof: Jagdverordnung teilweise nicht verfassungskonform

Es ist ein Teilerfolg für die FDP-Landtagsfraktion: Nach ihrer Klage vor Hessens höchstem Gericht muss die Jagdverordnung für einige Tierarten gelockert werden.

 

jkl Mi., 2020-02-12 16:09

Die Vorgaben für Jagd- und Schonzeiten in Hessen sind teilweise nicht mit der Verfassung vereinbar. Das urteilte der hessische Staatsgerichtshof am Mittwoch in Wiesbaden. Unter anderem sei die Jagdverordnung für junge Waschbären, junge Marderhunde und junge Füchse mit Blick auf Eigentumsrechte unverhältnismäßig streng. Der Elternschutz könne für eine Schonzeit nicht geltend gemacht werden, da diese Tiere noch nicht geschlechtsreif seien.

Für den Steinmarder sei ein Jagdverbot im Februar nicht gerechtfertigt, erklärte der Präsident des Staatsgerichtshofes, Roman Poseck. Hier greife der Schutz von Elterntieren ebenfalls nicht, da Steinmarder laut aktuellem Stand der Wissenschaft nicht vor März ihre Jungen bekommen. Auch das komplette Jagdverbot für Blässhühner, das bis Ende 2019 galt, sei nicht mit der Verfassung vereinbar, da der Bestand der Tierart nicht gefährdet sei.

Die hessische FDP-Landtagsfraktion war vor Hessens höchstes Gericht gezogen, weil sie die Schonzeiten für Waschbären, Marderhunde, Dachse und für junges Damwild für zu lang hält. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die Landesjagdverordnung das Recht auf Eigentum insgesamt über Gebühr beschneide und damit verfassungswidrig in das Jagdrecht eingreife.

Dieser Argumentation folgte der Staatsgerichtshof nicht. Die Jagdzeitbestimmungen überschritten in ihrer Gesamtheit nicht das Maß des rechtsstaatlich Hinnehmbaren, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch die Vorgaben für den Dachs und junges Damwild hielten die Richter für nachvollziehbar.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) erklärte, sie sei mit der Entscheidung zufrieden. «Das Hessische Jagdgesetz und die Jagdverordnung haben im Grundsatz Bestand. Wir haben auch weiterhin einen Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum bezüglich der Jagd- und Schonzeiten», erklärte sie. Sie kündigte Änderungen bei den Schonzeiten für Fuchs, Marderhund und Steinmarder an. «Die Aufhebung der Schonzeit des Jungwaschbären haben wir bereits auf den Weg gebracht», sagte Hinz. Diese Tiere dürfen künftig ganzjährig bejagt werden.

Die FDP-Abgeordnete Wiebke Knell zeigte sich «hochzufrieden» über das Urteil. «Der Staatsgerichtshof hat damit willkürlichen und fachlich nicht begründeten Schonzeiten ein Ende gesetzt», erklärte sie. «Deshalb ist heute ein guter Tag für alle, die eine waidgerechte Jagd und das verfassungsrechtlich garantierte Eigentumsrecht unterstützen.»

Die SPD-Landtagsfraktion forderte ein modernes Jagdrecht, dass sich «nicht auf Pseudowissenschaften» stütze und die vom Gericht festgestellten fachlichen Mängel der Jagdverordnung beseitige. «Derartige Verordnungen setzen sowohl Naturschutzverbände als auch Jagdverbände der Beliebigkeit aus», teilte der jagdpolitische Sprecher Heinz Lotz mit.

Weitere Informationen zu diesem Thema entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung des LJV-Hessen.

Die Vorgaben für Jagd- und Schonzeiten in Hessen sind teilweise nicht mit der Verfassung vereinbar. (Quelle: Rolfes/DJV) Downloads

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Räudiger Fuchs bei Missen: Tierarzt aus Ermengerst warnt vor Gefahr für Haustiere

Tierkrankheit Fuchsräude - Ein "räudiger Fuchs", ein "räudiger Hund" - die Krankheit "Fuchsräude" ist im Deutschen ein geflügeltes Wort. "Räudig" nennt man etwas, wenn es abstoßend oder widerlich ist. Dahinter steckt eine Krankheit, die sogenannte Fuchsräude. Unser Foto-Reporter Benjamin Liss hat einen Fuchs, der an Fuchsräude leidet, bei Missen (Oberallgäu) in der freien Wildbahn fotografieren können. Kein schöner Anblick. Wie gefährlich ist die Fuchsräude für Haustiere oder auch für den Menschen? Dr. Johannes Harlacher, seit über 30 Jahren Tierarzt im Oberallgäuer Ermengerst und seit über 20 Jahren Jäger, kennt die Krankheit und ihre Gefahren. Er erklärt gegenüber all-in.de, dass die Fuchsräude durch Milben ausgelöst wird, die sich in die Haut eingraben. Sie "vermehren sich rasend schnell, fressen Hautgewebsreste, trinken Gewebsflüssigkeit". Das führt dazu, dass die Durchblutung fehlt, das Fell stirbt ab. Starker Juckreiz sorgt dafür, dass der Fuchs sich kratzt und dadurch stellenweise sein Fell verliert. Die Fuchsräude ist tödlich. Befallene Füchse sterben nach ca. drei bis fünf Monaten, im Winter meist schon früher an Lungenentzündung. Die Übertragung auf den Hund erfolgt meist über den direkten Kontakt. Freilaufende Hunde können beim Gassigehen auf einen Fuchs treffen. In der Regel ist das keine freundliche Begegnung. Gerade bei einer kämpferischen Auseinandersetzung können die Milben über den Mund relativ schnell auf den Hund übergehen. Um die Augen und Ohren macht sich die Räude beim Hund meist zuerst bemerkbar. Der Hund leidet unter Juckreiz, die Haut wird dicker, es bildet sich aus Hautschuppen eine Art Mehl auf der Haut. Auch Füchse, die in Siedlungen herumschleichen, können die Räude auf Haustiere übertragen. Sie verlieren kleine Hautteile mit den Milben, die noch ca. drei Wochen lang aktiv sind. Das heißt, es ist "Ansteckung möglich, auch wenn der Fuchs schon lange wieder weg ist", so Harlacher. Hier besteht dann durchaus auch Gefahr für Katzen, sich anzustecken. Befallene Haustiere müssen umgehend zum Tierarzt. Die Behandlung erfolgt dann über sogenannte Aufgusspräparate wie bei Wurmbefall, die der Hund oder die Katze regelmäßig einnehmen muss, und dauert etwa zwei bis drei Monate. Sie darf nicht unterbrochen werden und "sollte beim kleinsten Anzeichen von weiterem Milbenbefall weitergeführt werden", so Dr. Harlacher. Unbehandelt würde das Haustier nach mehreren Monaten sterben. Für den Menschen gilt die Räude im Allgemeinen als nicht besonders gefährlich. Natürlich können die Milben beim Kuscheln mit dem Hund oder der Katze auch auf dem Menschen landen. Allerdings scheinen die Milben den Menschen nicht besonders zu mögen. Dr. Harlacher vermutet, dass das damit zusammenhängt, dass die Haut des Menschen im Vergleich zum Hund für die Milben zu dünn ist. Haben sie sich dennoch eingenistet, kann es über Bakterien, die die Milben mitbringen, zu lokalen Entzündungen kommen. Das sei im Allgemeinen "nicht allzu schlimm", so Dr. Harlacher, bei einer allergischen Reaktion solle man aber umgehend einen Hautarzt aufsuchen. Vor über 30 Jahren war auch die Übertragung der Räude vom Fuchs auf Kühe noch relativ häufig. Heutzutage sei das aber relativ selten, sagt Dr. Harlacher und führt das zurück auf die heute auf Bauernhöfen verwendeten rotierenden Bürsten in den Laufställen der Kühe, die den Milben so schaden. Die Anzahl der Räudefälle ist von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich. Nach Meinung von Dr. Harlacher hängt die Häufigkeit auch mit dem Nahrungsangebot für Füchse zusammen. Gut genährte Füchse, so vermutet der Tierarzt, haben bessere Abwehrkräfte und sind deshalb weniger anfällig für den Milbenbefall. Gegenmaßnahme: Befallene Füchse entnehmen Die hohe Ansteckungsgefahr von räudigen Füchsen sorgt natürlich für Handlungsbedarf bei den Jägern. Dr. Harlacher, selbst seit vielen Jahren Jäger, kennt die Notwendigkeit, einen von der Fuchsräude befallenen Fuchs zu entnehmen. Die Alternativen: schießen oder lebend fangen und einschläfern. Eine Ausnahme ist die Zeit, in der die Füchse ihre Jungen aufziehen. Hier sind die Elterntiere zu wichtig für den Nachwuchs. Diese Zeit ist nicht ganz klar geregelt, man geht von Ende Februar bis etwa in den Juli hinein aus. Junge Füchse sind etwa ab dem dritten bis vierten Lebensmonat selbständig und nicht mehr auf die Eltern, speziell das Muttertier ("Fähe") angewiesen. Männliche Füchse können etwas leichter entnommen werden. Sie sind für die Aufzucht der Jungen entbehrlich. Im Zweifelsfall hält der Jäger Rücksprache mit dem zuständigen Landratsamt, um die Entnahme abzuklären.
all-in.de
06.02.02020